Eine grosse Tradition im Schweizer Fussball

Der Stadtverein - seit 1894

Der 1894 gegründete FC Bern ist ein Verein mit einer grossen Tradition. Er zählt zu den ältesten Fussballclubs in Europa. Die Geschichte des Klubs ist geprägt von zahlreichen Höhepunkten zu Beginn des 20. Jahrhunderts und von sportlich weniger erfolgreichen Zeiten ab den 1980er-Jahren. Nach dem tiefen Fall in die 3. Liga wurden in den letzten Jahren dank seriöser Grundlagenarbeit der verantwortlichen Vorstandsmitglieder stetige Verbesserungen erzielt. Zurzeit spielen ca. 300 junge Knaben bis ältere Herren im FC Bern aktiv Fussball, trainieren regelmässig im denkmalgeschützten Stadion Neufeld und nehmen an den jeweiligen Meisterschaftsspielen ihrer Teams teil. Sie werden unterstützt von ca. 150 weiteren Mitgliedern, die dem Klub als Supporter oder Passivmitglieder angehören.

1894-1896: Die Gründungsepoche

Dr. med. Felix Schenk war der Pionier, der den Fussball nach Bern brachte. Er, der bisher als Nationalturner und Schwinger aktiv war, liess sich von Widerständen nicht beirren und fand unter seinen Berufskollegen und Freunden Anhänger, welche die Entwicklungsmöglichkeiten des Fussballspiels erkannten und ihn unterstützten. Am 6. Juni 1894 gründete Dr. Schenk die „Turnspielgesellschaft der Stadt Bern“ und damit gleichzeitig den Fussballclub Bern. Im Laufe der Jahre vermochte die neue Vereinigung, die die sportliche Betätigung allgemein befürwortete, die grosse Masse zu erfassen

Die ersten Jahre

In den ersten Jahren mussten die primären Übungen mit dem Ball erlernt werden. Dr. Schenk spielte, trotz fortgeschrittenem Alter, bei jeder Gelegenheit mit und präsidierte den Verein bis 1896. Die erste Sitzung des Klubs fand im Hotel Du Pont statt. Anlässlich dieser Tagung wählten die Anwesenden aus ihrem Kreis den ersten Vorstand, den Prof. Dr. med. Strasser präsidieren sollte. Geübt und gespielt wurde vorerst auf dem Kasernenareal, später auf dem Platz beim Schulhaus Kirchenfeld. Den ersten Match spielte der FC Bern gegen eine Fussballvereinigung des Lorraine-Quartiers. Am 16. März 1896 wurde der FC Bern anlässlich einer Sitzung im Hotel Jura (Bubenbergplatz), als Mitglied der Association Suisse de Football aufgenommen. Kurz vor der Jahrhundertwende wurde die Bierzeitung lanciert. Diese bis 16-seitige Schrift, die bis in die 1910er Jahre existierte, gilt als Vorgängerin des 1916 erstmals erschienenen Kluborgans.

Geburtsstunde des BSC Young Boys 1898

Dem Üben und Spielen auf dem Kirchenfeldplatz, wo sich heute das Gymnasium und die Landesbibliothek befinden, beteiligten sich vermehrt auch Gymnasiasten, die vom Fussball-Fieber ergriffen wurden. Einige schlossen sich zusammen und bildeten fortan eine eigene Schülermannschaft. Der Vorstand räumte den Jungen eine gewisse Selbständigkeit ein, so dass sie einen eigenen Vorstand wählen durften. Nicht zuletzt auf Grund des Altersunterschieds entstanden zu den gestandenen Akteuren immer mehr Differenzen. Der Wert der jungen und talentierten Nachwuchsspieler wurde im Jahr 1898 zu wenig erkannt. Zur Abklärung der Angelegenheit fand im Dezember 1898 im „De la Poste“ eine denkwürdige Sitzung statt. Eine für beide Parteien annehmbare Lösung konnte nicht gefunden werden, wie aus dem Sitzungsprotokoll zu entnehmen ist: Um den unhaltbaren Zuständen, die durch das selbständige und sogar arrogante Auftreten der Schülermannschaft, die einen Klub in unserem Klub gründen wollte, geschaffen worden ist, ein Ende zu machen, wird deren Vertreter der Vorschlag gemacht, entweder sich vollständig abzutrennen oder aber als Aktivspieler in unseren zu treten. (Sitzungsprotokoll 14.12.1898) Dieser Beschluss veranlasste einen Grossteil der Schüler, aus dem FC Bern auszutreten und einen eigenen Verein zu gründen. Diese Entscheidung ging in die Geschichte des schweizerischen

1900 -1919: Nationale Spitzenmannschaft vorerst ohne Titelglück

Um die Jahrhundertwende stellte der FC Bern eine nationale Spitzenmannschaft. Dreimal in Serie verpasste der Klub den Schweizermeistertitel nur sehr knapp. 1900 und 1901 verlor der FC Bern als Champion der Westschweizer Gruppe den Final um die Meisterschaft in Aarau gegen die Grasshoppers jeweils mit dem gleichen Resultat (0:2). 1902 wurde der Meister erstmals in Form eines Finalturniers erkoren. In Bern trennte sich der FC Bern ausgerechnet gegen den Rivalen BSC Young Boys mit 2:2 unentschieden. In Aarau unterlag der FC Bern dem späteren Meister FC Zürich diskussionslos mit 1:7. Die Leistungen des FC Bern wirkten sich auch auf internationaler Ebene aus: Im Jahr 1901 agierte erstmals ein FC-Berner in der Schweizer Auswahl. Der Berner Captain Adolf Häberli verlor mit der Schweiz gegen Süddeutschland mit 4:7.

Der Kirchenfeldplatz als erste Heimat

Zu Beginn des Jahrhunderts konnte die Platzfrage endlich gelöst werden: Am 10. April 1904 fand die Einweihung des ehrwürdigen Kirchenfeldplatzes statt und bereits 1912 konnte eine 320 Sitzplätze fassende Tribüne in Betrieb genommen werden. Es war ein Meilenstein in der Entwicklung des FC Bern. Im September 1916 erschien die erste Nummer des Cluborgans „Dr Bärner“. 1919 kündigte die Museumsgesellschaft den Vertrag für den Sportplatz. Eine Benutzung bis 1920/21 konnte ausgehandelt werden. Der FC Bern musste einen neuen Platz finden. Man hatte das Neufeld im Auge, wo 1914 während der Landi die Maschinenhalle gestanden hatte.

1922-1926: Die grosse Berner Ära

In der Saison 1922/23 eilte der FC Bern von Sieg zu Sieg, wurde Meister der Zentralschweiz und gewann in den Finals gegen die Young Fellows und Servette den Schweizer Meistertitel. Doch die Freude über den Titel war von kurzer Dauer: Die Delegiertenversammlung in Luzern sprach dem FC Bern den Meistertitel wegen einer angeblich verspäteten Anmeldung eines Spielers ab. Der FC Bern verlor den einzigen Schweizer Meistertitel am grünen Tisch.

1924: Eröffnung des Stadions Neufeld

Am 12. Oktober 1924 fand vor über 7’000 Zuschauern ein Eröffnungsturnier statt. Die beiden befreundeten Klubs FC Basel und der FC Servette waren die Gäste. Doch es war die Heimmannschaft, die im grossen Stil auftrumpfte: 1:0 gegen Basel und 3:1 gegen Servette. Der FC Bern war stolzer Turniersieger. Ein würdiger Auftakt im Neufeld. Die Begeisterung für den FC Bern kannte fortan keine Grenzen. Die Zahl der Mitglieder stieg innert kurzer Zeit auf 1’100. Die prächtige, damals erste Grossanlage in der Schweiz und die ausgezeichneten Resultate der 1. Mannschaft führten den FC Bern zum Höhepunkt seines Bestehens. 1925 wurde man hinter einen Punkt hinter Servette Vize-Schweizermeister und 1926 verlor man in Zürich den Cupfinal mit 1:2. In der gleichen Saison beschloss man, den Verein zukünftig nur noch als „FC Bern“ zu bezeichnen und die altehrwürdige Benennung „FC Bern 1894“ wegfallen zu lassen.

1932: Berner Schicksalsjahr

Die Saison 1931/32 ist eine Schicksalssaison für den FC Bern. In dieser Zeit wurden Spieler erstmals entschädigt und bei Transfers flossen Gelder in bis dahin nicht gekannten Höhen. Der FC Bern wollte und konnte diese Entwicklung nur beschränkt mitmachen. Sportlich konnte er nicht mehr mithalten und stieg Ende Saison, gemeinsam mit dem ältesten Fussballverein der Schweiz, dem FC St. Gallen, aus der höchsten Spielklasse ab.

1932-1938: Rückkehr an die nationale Spitze

Ab 1931 wurde die höchste Liga „Nationalliga“ genannt. Damals gab es noch keine Unterteilung in Nationalliga A und B. Hingegen war die Nationalliga in zwei Gruppen mit je acht Mannschaften aufgeteilt. Der FC Bern war erstmals zweitklassig (1. Liga). Als Meister der 1. Liga stieg der FC Bern jedoch postwendend wieder in die Nationalliga auf.
Gleich in der ersten Saison nach dem Aufstieg, 1933/34, erreichte der Verein den beachtlichen vierten Schlussrang. In der Nationalliga  wurde nun nur noch in einer Gruppe à 16 Mannschaften gespielt. In der Folge resultierten ein 6. (1935), ein 4. (1936) und ein 9. Schlussrang (1937). Einen besonderen Erfolg feierte der Klub in der Saison 1934/35, als er mit Engelbert Bösch den Torschützenkönig der Nationalliga stellte (27 Tore). 1938 führten nicht zuletzt wiederum finanzielle Gründe zu einem Aderlass gestandener Spieler und der FC Bern musste ein weiteres mal in den sauren Apfel der Relegation beissen. Es war ein erneuter Rückschlag.

1941-1945: Keine Nationalliga-Rückkehr zum 50. Jubiläum

Der Amateurklub FC Bern blieb seiner Philosophie treu und ging seinen Weg unbeirrt weiter. Schon bald wieder stand der FCB wieder an der Schwelle zur Nationalliga: Am Ende der Saison 1941/42 stand das Entscheidungsspiel gegen den FC Basel an, den Meister der 1. Liga-Ostgruppe. Im Neufeld trennte man sich 0:0 unentschieden. Die Entscheidung musste in Basel fallen: Trotz einer starken Leistung verloren die Berner mit 1:3. Zum 50-jährigen Jubiläum schaffte es der FCB leider knapp nicht, in die Nationalliga A aufzusteigen. 1944 wurde die NLB gegründet. Aus der Saison 1943/44 stiegen die besten Mannschaften der 1. Liga Gruppen Ost und -West in die neue NLB auf. Der FC Bern gehörte dazu. In der darauffolgenden Saison wurde der FC Bern wurde hinter NLB-Meister Locarno Vizemeister und stieg nach sieben Jahren Absenz wiederum in die NLA auf. Sozusagen als Dank für den Wiederaufstieg wurde 1945 im Neufeld eine Lautsprecheranlage installiert.

1947: 28’000 Zuschauer beim Cupfinal im Neufeld

Noch im Jahr 1946 wurde der Cupfinal im Wankdorf Stadion durchgeführt. Da nur 20’000 Zuschauer anwesend waren, hat sich der FC Bern beim Fussballverband um die Austragung des Cupfinals 1947 beworben. Als Referenz wurde das Länderspiel zwischen der Schweiz und England angegeben, das 27’000 Schaulustige ins Neufeld lockte. So fand am Ostermontag 1947 der Schweizer Cupfinal zwischen Basel und Lausanne-Sports (3:0) vor 28’000 Zuschauern auf dem Neufeld statt. Man musste jedoch feststellen, dass sich das Stadion Neufeld für solche Grossanlässe als zu klein und in baulicher Hinsicht zu ungenügend erwies. Die 28’000 Zuschauer bedeuten noch heute Stadionrekord.

1947-1952: Der FC Bern als Liftmannschaft

Nach dem Wiederaufstieg von 1945 konnte sich der FC Bern in der Folge zwei Jahre auf höchstem nationalen Niveau behaupten, ohne dabei an der Spitze ein Wort mitzureden. Am Ende der Saison 1947/48 stieg der FC Bern erneut in die NLB ab. Es folgten die Jahre, in denen sich der FC Bern als Liftmannschaft einen Namen machte. Einen Achtungserfolg durften die Berner dennoch verzeichnen: Im Cup erreichte man den Halbfinal, den man nach einem dramatischen Spiel gegen den NLA-Spitzenklub FC La Chaux-de-Fonds mit 2:4 verlor. 1952 konnte man nach einem spektakulären 4:3-Sieg im Derby gegen YB den Ligaerhalt sichern. Ohne diesen Sieg wäre eine erneute Relegation wohl gewiss gewesen.

1954-1965: Im Sog der Abwärtsspirale

Ab 1954 sah sich der FC Bern öfters mit grossen internen und finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert. Zum 60-Jahr-Jubiläum 1954, im Jahr der Fussball-Weltmeisterschaft in der Schweiz stieg der FCB wieder in die NLB ab. Die 1. Mannschaft tat sich in der Folge äusserst schwer. Die Abwärtsspirale begann schneller zu drehen als dem FCB wohl war. Zweimal konnte der Abstieg in die 1. Liga nur in einem Relegationsspiele verhindert werden. Der Club stabilisierte sich und entwickelte sich zu einem soliden NLB-Club, währenddem YB eine Liga höher vier aufeinanderfolgende Meistertitel feiern durfte. In der zehnten nacheinander folgenden NLB-Saison sah es im Oktober 1963 sehr schlecht aus, lag der FC Bern doch nach sieben Spielen mit bloss drei Punkten am Tabellenende. Auf Vorschlag des früheren FCB-Aktivspielers und Mitglieds des Nationalliga-Komitees Willy Wittenbach wurde vorübergehend eine vierköpfige Spezialkommission mit Heinz Gerber, Paul Stotzer, Otto Geissbühler und Albert J. Müller gegründet. So schaffte die Mannschaft zum 70. Vereinsjahr die Ligazugehörigkeit. Unstimmigkeiten innerhalb des Vorstandes und häufige Wechsel in der Vereinsführung sowie auf der Position der Trainer verhinderten während diesen zehn Jahren NLB einen ruhigen Neuaufbau und eine kontinuierliche Entwicklung der Mannschaft. Was in der Saison 1963/64 noch verhindert werden konnte, traf ein Jahr später ein: Der FC Bern stieg 1965 in die 1. Liga ab. Ein grosser Aderlass im Vorstand und im Kader der 1. Mannschaft sowie ein beachtliches finanzielles Defizit waren die Folgen.

1966-1971: Lebenszeichen unter Trainer Geni Meier

In der Saison 66/67 folgte unter Trainer Geni Meier der Wiederaufstieg in die NLB. Im entscheidenden Qualifikationsspiel vor 8000 begeisterten Zuschauern schoss Captain Norbert Renfer den FC Bern mittels Penalty kurz vor Spielende wieder in die NLB. Als krönenden Abschluss dieser erfolgreichen Spielzeit holte der FC Bern gegen Küsnacht auch den Erstliga-Meistertitel. Doch die Freude an der erneuten NLB-Zugehörigkeit war von kurzer Dauer: Mit nur drei Siegen auf dem Konto verabschiedete sich der FC Bern nur ein Jahr später wieder von der Nationalliga. Die Aufsteigermannschaft unter Trainer Geni Meier. Als der FC Bern in der Saison 1968/69 selbst in der 1. Liga grosse Mühe bekundete, berief Präsident Willy Wittenbach die „Technische Kommission mit ehemaligen Nationalliga-Spielern des FC Bern“ ein. Die Bildung der Kommisson zeigte positive Wirkung. Am Ende der Saison 1969/70 klopfte der FC Bern wieder an die Tür der NLB. Leider scheiterte der Klub im Aufstiegsspiel an Frauenfeld (0:1). Weniger positiv entwickelte sich hingegen die finanzielle Situation, weshalb vorerst auf ein grosses 75-Jahr-Jubiläumsfest verzichtet werden musste. Eine kleine Feier fand jedoch am 10. Dezember 1969 im Hotel Metropol trotzdem statt. Da der Anlass trotz des schlichten Rahmens ein Erfolg wurde, beschloss der Vorstand, wenn auch mit etwas Verspätung, am 25. April 1970 doch noch einen öffentlichen Grossanlass im Kursaal Bern durchzuführen. Hauptattraktion bildete dabei das Hazy-Osterwald-Sextett. Hazy Osterwald war ehemaliger Aktiver in der Schülermannschaft des FC Bern.

1972-1979: NLB-Rückkehr 1978 mit langem Anlauf

Was zuvor namhaften Leuten nicht gelungen war, gelang zunächst auch dem Niederländer Bert Theunissen nicht. Obwohl ein Trainingslager in Holland- und im Winter Schlittschuhtrainings auf dem Weyermannshaus durchgeführt wurden, scheiterte Theunissen mit seiner Mannschaft dreimal knapp in den Aufstiegsspielen. Die Rückkehr in die Nationalliga blieb ein Ziel. Auch Transfers von Nationalliga-Spielern, wie etwa Hans-Otto Peters, brachten den erhofften Aufstieg nicht. Die Stimmen gegen Trainer Theunissen wurden lauter. Aber Theunissen blieb und die verbliebenen Spieler zeigten eine Trotzreaktion. In der Saison 1977/78, der vierten unter Übungsleiter Theunissen, wurde der FC Bern erneut Gruppenmeister der 1. Liga. Im vierten Anlauf schaffte man endlich den erträumten Aufstieg in die Nationalliga B. Die Freude im Neufeld kannte keine Grenzen. Das Ziel war erreicht. Trotz dem geglückten Aufstieg verliess Trainer Bert Theunissen die „Mutzen“ nach vierjähriger Tätigkeit. Als Nachfolger konnte Hans-Otto Peters, Torschützenkönig der Aufstiegssaison (22 Treffer), verpflichtet werden.  Unter Peters erwischte der FC Bern einen mässigen Start in die NLB-Saison 1978/79. Nach der Vorrunde schwebte die Mannschaft in ernstzunehmender Abstiegsgefahr. Mit dem spektakulären Transfer von Rolf Höfert vom FC St. Pauli wurde die entscheidende Verstärkung ins Neufeld geholt. Am Ende der Saison resultierte ein guter 7. Rang.

1979-1983: Der FC Bern in finanziellen Nöten

Sportlich lief es dem FC Bern gut. Man konnte den Ligaerhalt sichern und schloss die Saison zweimal sogar auf dem 6. Rang ab. Finanziell und strukturell ging es jedoch sehr schlecht, sodass das NL-Komitee dem FC Bern für die Saison 1982/83 als einzigem Klub der Schweiz die definitive Lizenz verweigerte. Sportlich hatte diese kritische Situation Konsequenzen: Spesen, Punkteprämien und andere Gelder konnten nicht mehr ausbezahlt werden, worauf viele Spieler der 1. Mannschaft den Verein verliessen. Der finanzielle Kollaps konnte zwar verhindert werden, doch die Mannschaft stieg Ende Saison wiederum in die 1. Liga ab. Den Pleitegeier vertrieb nicht zuletzt die 1. Mannschaft: Im Achtelfinal des Schweizer Cups empfing der FC Bern den FC Servette. 6’600 zahlende Fans pilgerten ins Neufeld, was dem Klub Einnahmen von 20’500 Franken einbrachte.

1983-1991: Zurück in der 1. Liga

Zurück in der 1. Liga galt es vordergründig, den Patienten FC Bern möglichst rasch zu betreuen. Durch die „Pro-FC-Bern“ Sammlung und durch Spenden wurden mehr als 100’000 Franken aufgetrieben Allerdings musste man auch im Neufeld feststellen, dass finanzielle Probleme nicht von einem Tag auf den anderen verschwinden. Die Schulden drückten weiterhin auf die Stimmung im Klub. Vermochte man sich zunächst noch mit Glück in der 1. Liga zu behaupten, erholte sich die Mannschaft bereits ein Jahr später wieder und holte sich unter Trainer Walter Widmer den Gruppensieg. Die Aufstiegsspiele gingen jedoch verloren, ebenso auch ein Jahr später in einem dramatischen Duell gegen den FC Biel. Für die Saison 1989/90 verpflichtete der FC Bern erneut Bert Theunissen als Trainer. Da Theunissen den FC Bern bereits 1978 in die NLB geführt hatte, wurde ihm v.a. von älteren Mitgliedern viel Kredit eingeräumt. Der FC Bern zierte dennoch rasch das Tabellenende und das Engagement von Bert Theunissen wurde bald beendet. Die Saison beendete der FC Bern unter Trainer Richard Wey schliesslich auf Rang 5.

Erstmalige Durchführung der Fussballschule 1991

Ein wichtiger Schritt hin zu einer stärkeren Juniorenförderung vollbrachte der FC Bern 1991. An drei Mittwoch-Nachmittagen führte man erstmals eine Fussballschule durch. 36 „Schnupperlehrlinge“ erschienen auf dem Neufeld. Sie wurden unter bekannten Betreuern wie Uli Stielike, Walter Jäger, Bernard Pulver, André Fimian und anderen in das Fussball-ABC eingeführt.

1992-1998: Der tiefe Fall

Am Ende der Saison 1991/92 stieg das Fanionteam des FC Bern erstmals in der Vereinsgeschichte in die 2. Liga ab. Dieser Abstieg war die bitterste Pille, die der einst so stolze Verein bisher zu schlucken hatte. 1992/93 übernahm mit Christian Mezger ein ehemaliger Aktiver das Fanionteam. Der Wiederaufstieg in die 1. Liga misslang jedoch. Sportlich gab es in der Vorbereitung zur neuen Saison einen spektakulären Höhepunkt zu vermelden: In Evilard durften die 1. Mannschaft gegen den amtierenden Europacup-Sieger Juventus Turin ein Freundschaftsspiel absolvieren. Die Faszination einmal gegen Stars wie Roberto Baggio, Pierluigi Casiraghi, Andreas Möller oder Paulo César gespielt zu haben, liess die 0:11 Niederlage als winzige Nebensache erscheinen. In der Saison 1997/98 sank der Wert des FC Bern auf ein historisches Tief. Der Traditionsklub stieg in die 3. Liga ab.

Aufrappeln ab 2000

Nach dem Abstieg in die 3. Liga schaffte der FC Bern in der Saison 1999/2000 die Rückkehr in die 2. Liga. Im Sommer 2004 stieg die 1. Mannschaft gar in die 2. Liga interregional auf. Dabei konnte der Klub vermehrt die Früchte einer erfolgreichen Nachwuchsarbeit ernten. Im Sommer 2014 kehrte der FC Bern nach 22 Jahren Abwesenheit in die 1. Liga zurück. Im entscheidenden Spiel in Langenthal verlor die Mannschaft von Trainer Roland Getzmann zwar mit 0:1, doch weil im Fernduell das Team Aargau U21 ebenfalls nicht gewinnen konnte, stand der historische Aufstieg fest. Nach nur zwei Spielzeiten in der 1. Liga Classic musste die erste Mannschaft des FC Bern wieder in die 2.Liga Interregional absteigen. Wiederum drückten finanzielle Sorgen den FC Bern so stark, dass am Ende der Saison 2017/2018 sogar der Abstieg in die 2. Liga Regional erfolgte. Hier zeigte, das junge von Manuel Bregy geleitete eine gute erste Saison. Die Entwicklung des Teams in der Saison 2018/2019 lässt auf eine verheissungsvolle Zukunft hoffen. Voraussetzung dazu ist aber Kontinuität auf allen Ebenen, insbesondere bei den Trainern.

Von HEINZ GRÖLI, JONAS DUNKEL, RENÉ VITTONE